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HARD WAY EAST VIDEO TEASER


VERDAMMT WEIT WEG

Es geht in’s Krankenhaus von Taksimo. Ich bekomme ein Zimmer und eine Spritze. Danach wird ein mobiles Röntgengerät in mein Zimmer gerollt, leider funktioniert es nicht. Ich werde in einen Rollstuhl verfrachtet und bis zur Treppe gefahren. Die Treppe muss ich dann aber doch selbst bewältigen. Unten wartet ein 4x4 UAZ Krankenwagen auf mich, der mich in schneller Fahrt quer durch die Stadt zu einem anderen Krankenhaus bringt. Ziemlich wild, wenn man auf der Liege liegt, nicht festgeschnallt ist und sich nicht festhalten kann... Dort werde ich geröntgt und die wilde Fahrt geht wieder zurück in’s Krankenhaus. Inzwischen ist es kurz nach 02:00 morgens. Corinna macht sich todmüde auf den Weg in’s Hotel, ich werfe zwei Schmerztabletten der härten Sorte aus meinem Fundus ein und falle in einen tiefen Schlaf.

 

Während ich im Krankenhaus liege, laufen bei Corinna die Drähte heiß. Sie organisiert den Motorradtransport per Bahn nach Moskau und steht in ständigem Kontakt mit den diversen Abteilungen des ADAC. Alles nicht ganz so einfach hier in Russland. Dazwischen kümmert sie sich um mich, sortiert unser Gepäck und macht die Motorräder Bahntransportfertig. Inzwischen scheint der ganze Ort von unserem Schicksal zu wissen. Immer wenn nötig, tauchen helfende Hände auf. Am ersten Tag nach meinem Unfall kommt Nachmittags mein Motorrad per Zug zurück nach Taksimo. Unfassbar, bis auf einen verdellten Koffer und einen kleinen Riss in der Seitenverkleidung ist das Motorrad unversehrt. An der F800 Adventure liegt es also nicht, dass die Reise hier ein verfrühtes Ende nimmt.

 

Wir bringen den Rückholservice des ADAC an seine Grenzen. Wir sind schon verdammt weit weg... Nach endlosen und spannenden Tagen  fährt uns der Hotelmanager morgens an den Bahnhof und bringt unsere Taschen in unser Abteil. Wir fahren 50 Stunden mit der BAM gen West nach Novosibirsk. Gemütlich im Abteil sitzend passieren wir all die Brücken und Wasserdurchfahrten durch die wir uns gekämpft hatten, nochmals. In Novosibirsk liegen Flugtickets für uns bereit (Dank ADAC) und via Moskau fliegen wir nach München. Dort wartet ein Krankenwagen, der uns, nach anfänglicher Panne, Mitten in der Nacht noch in die Klinik fährt. Auch dort werden wir erwartet und bestens versorgt. Das hatten wir per Telefon mit einem befreundeten Orthopäden (dem wir die Röntgenbilder per Mail gesendet hatten) schon geklärt. Die benötigten Titanplatten für mein Gelenk liegen hier schon bereit.

 

So feiern wir Corinnas Geburtstagsfrühstück im Krankenzimmer (nachdem wir dort, nach nur 2 Stunden Tiefschlaf erst von der Nachtschwester und dann von einer Putzfrau geweckt wurden...)

 

Wir sind wieder zu Hause, die Wunden heilen gut und die Rechnung mit der BAM und der Road of Bones ist immer noch offen! Wir kommen wieder, versprochen ;-)


PLANÄNDERUNG

Corinna schaut abends im Hotel aus dem Fenster und sagt: „Du da stehen zwei Motorräder vor der Tür“. Es sind Felix und Chris. Chris hat es tatsächlich geschafft in Irkutsk sein Transalp gegen eine G650  zu tauschen und ist die ganze Strecke noch mal gefahren. Wir haben einen sehr lustigen Abend, der nur von einigen, etwas anstrengenden (betrunkenen) Hotelgästen gestört wird.

 

Chris und Felix starten früh in Richtung Vidim-Brücke. Ich folge Ihnen einige Stunden später während Corinna einen Tag Pause macht. Als Tagesausflug möchte ich versuchen die Vidim-Brücke zu erreichen. Corinna kann meinen Weg auf den GPS Tracker verfolgen und wir haben eine feste Zeit für meine späteste Umkehr ausgemacht, so dass ich auf jeden Fall bei Tageslicht wieder zurück bin.

 

Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen fahre ich los. Die Strecke Sande aber gut geschoben und leicht zu fahren. Ich komme sehr gut vorwärts. Nach etwa 50 km verlasse ich die Hauptpiste und wende mich Richtung Vidim-Brücke. Die Strecke ist kaum befahren und so kann ich einfach den Spuren von Chris und Felix folgen. Langsam aber sicher nimmt der Schwierigkeitsgrad zu, mein Tempo nimmt ab. Hoch konzentriert folge ich der Strecke. Nach der Überquerung einiger diffiziler Brücken lande ich im ersten tiefen Wasserloch. Meine innere Stimme ruft noch „stopp“, aber schon stecke ich mitten drin und fahre mich mit dem Motorrad fest. Der Motorschutz sitzt auf einem großen Stein auf und mein Hinterrad produziert nur noch Wasserfontänen. Ich packe das Motorrad ab um es im Wasserloch drehen zu können. Nach dem Wendemanöver fahre ich das Motorrad aus dem Wasserloch und lade mein Gepäck wieder auf. Obwohl es nur noch etwa 15 km bis zur Vidim-Brücke sind treffe ich die Entscheidung: Ich drehe um, das hat alleine keinen Wert. Es ist einfach zu gefährlich. Ich schicke Corinna eine SMS und mache mich auf dem Rückweg. Nach wenigen Minuten stehe ich wieder vor der ersten Brücke. Langsam taste ich mich, auf dem Motorrad sitzend, Zentimeter für Zentimeter voran. Vorsichtig, mit viel Gefühl nutze ich Kupplung und Gas um die Räder sicher über die Metallplatten zu bringen, die die Eisenbahnschwellen miteinander verbinden. Eine Schwelle fehlt, ich weiß und trotzdem geht es plötzlich bergab. In meinem Kopf reicht es gerade noch für die Feststellung: „Mist, das war’s“ und dann schlage ich unter der Brücke am Hang auf. Ich höre es knacken – das muss ein Knochen gewesen sein. „Hoffentlich nicht meine Wirbelsäule“ schießt es mir durch den Kopf.

 

Systemcheck: Kopf? Läßt sich bewegen (Vorsichtig, keine Ahnung ab die Halswirbelsäule OK ist), Beine? Gefühl und beweglich (Zum Glück). Arme? Gefühl und beweglich. Hände? AUA! Das linke Handgelenk hat eine komische vorm, die Hand ist nicht zu gebrauchen, rechts sieht es zwar besser aus, aber auch diese Hand ist nicht zu gebrauchen. Ich befreie mich vom Motorrad, nehme mir unter Schmerzen den Helm ab, greife nach dem SPOT und krieche auf den Knien den Hang zum Weg hinauf. Ich weiß, ich habe etwa 10 Minuten Zeit in denen ich, egal was mir wirklich alles passiert ist, noch einigermaßen denken und agieren kann. Diese Schock-Zeit gilt es nun zu nutzen: Ich versuche mein Handy aus der Tasche zu bekommen – gar nicht so einfach mit zwei nicht mehr richtig funktionierenden Händen. Empfang! Ich kann es kaum fassen und rufe Corinna an. Ich versuche sachlich und ruhig zu erklären was passiert ist und dass ich Hilfe brauche. Kein einfaches Telefonat, was mag Corinna jetzt durchmachen? Ich aktiviere die SOS Funktion des SPOT und versuche mich möglichst schmerzfrei mitten auf den Weg zu setzen. Jetzt kann ich nur noch warten und hoffen. Gleichzeitig beobachte ich meinen Körper. Ich kann weder eine Verletzung der Wirbelsäule, noch innere Verletzungen ausschließen. Die Angst, dass noch mehr kaputt ist als die Hände und das inzwischen sehr stark schmerzende Knie kriecht langsam in mir hoch. Ich richte mich auf eine längere Wartezeit ein, nehme ein Video für Corinna auf und hoffe, dass nicht gleich ein hungriger Bär aus dem Gebüsch gebrochen kommt. Mein Kreislauf spielt verrückt, die Sonne stich, die Schmerzen auch im Kopf werden immer stärker – aber die Landschaft in der sitze ist grandios...

 

Träume ich? Nach etwa 2 Stunden reißt mich Motorengeräusch aus meinem Dämmerschlaf. Tatsächlich kommt auf dieser, praktisch komplett ungenutzten Strecke ein weißer 6x6 Kamaz Muldenkipper auf mich zu. Ich rappel mich hoch und winke heftig. Ich erkläre den beiden Fahrern das Problem und zeige auf das Motorrad unter der Brücke. Die Jungs fackeln nicht lange, fahren auf die Brücke, fahren ihren kleinen Kran aus und bergen das Motorrad. Ich stehe fassungslos daneben. Meine Sachen werden eigesammelt, sogar meine Brille finden Sie unter dem Motorrad im Dreck. Das Motorrad kommt auf die Ladung, ich in die Fahrerkabine. Immer wieder flösst mir der Beifahrer Wasser ein. Die Jungs weigern sich, umzudrehen und mich die 70km nach Taksimo zurück zu bringen – die nächste Krankenstation ist viel näher, führt mich aber weiter von Taksimo und Corinna weg. Ich erreiche Corinna per Handy und teile ihr mit, dass ich aufgelesen wurde und auf dem Weg zu einer Krankenstation bin. Ich kann ihre Erleichterung förmlich spüren. Denn trotz aller Bemühungen und viel Hilfsbereitschaft ist in Taksimo noch keiner zu meiner Rettung losgefahren – der LKW-Fahrer war nicht erreichbar.

 

Die Jungs sind extrem routinierte Fahrer und kennen die Strecke sehr gut. Weise Entscheidung von mir rumzudrehen – die nächsten Wasserlöcher sind bis zu 1 Meter tief – das wäre alleine nicht zu schaffen gewesen. Und dann fahren die Jungs doch tatsächlich mit mir im 6x6 Kamaz über die Vidim Brücke. Das ist im LKW noch deutlich heftiger als mit dem Motorrad. Der Beifahrer filmt die Überfahrt für mich – Zwischen den Reifenkanten des Kamaz und der Brückenkante liegen mal jeweils knapp 2 cm...

 

Nach fast2 Stunden kommen wir im ca. 50km entfernten Kuanda an. Dort werde ich schon erwartet und per Lada zur Krankenstation gebracht. Der (leider Namenlose) Arzt befreit mich mit einer Seelenruhe und Vorsicht von allen Bekleidungsstücken inkl. Orthesen, Endurostiefeln usw. Ohne etwas kaputt zu machen. Dann untersucht er mich mit seinen Händen – andere Diagnosemittel hat er nicht zur Verfügung. Dann spritzt er mir ein Betäubungsmittel in den Bruch des linken Handgelenks (Details erspare ich euch) und baut mir einen perfekten Gips. Danach führt er mich in einen anderen Raum wo seine Frau/Freundin auf mich wartet und mich mit  leckerem, selbstgemachten Essen „mästet“ und mir Tee zu trinken gibt. Jetzt darf ich mich hinlegen. Drei Stunden später weckt er mich. Er packt meine ganzen Klamotten in seine Sporttasche und wir fahren (ich immer noch nur in Sportunterwäsche) in einen Hinterhof wo, in der Mulde eines LKW meine GS liegt. Er nimmt alle Gepäckstücke von der GS und es geht weiter zum Bahnhof. Dort wartet ein keiner Zug (Lok + 1 Wagon). Mein Gepäck wandert in ein Abteil, ich hinterher. Mein Doktor stellt mich der Familie im Abteil vor und bevor ich Danke sagen kann, ist er verschwunden. Ich gebe Corinna per Handy bescheid, dass ich per Zug unterwegs bin zu ihr.

 

Die Familie im Zug verwöhnt mich mit Kuchen und Tee und wir verständigen uns mit Händen und Füßen (Soweit das bei mir gerade geht). Corinna meldet sich nach 2 Stunden: Laut Bahnhof kommt heute kein Zug mehr, sie geht jetzt in’s Hotel. „Nein“ rufe ich in’s Telefon, „ich bin in 10 Minuten da“. Als wir am Bahnhof ankommen ist es längst dunkel. Wieder warten Menschen am Bahnsteig auf mich, kümmern sich um mein Gepäck und setzen mich in einen Lada. Beinahe fahren sie ohne Corinna los. Die Sorgen sind ihr in’s Gesicht geschrieben, aber auch die Erleichterung, dass ich lebend wieder bei ihr bin.

 

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DIE BAM

So, genug Urlaub! Nach der Entspannung auf der Insel geht es nun ans Eingemachte, Die BAM ruft. Etwa 150 km nach der Insel stehen wir am Scheideweg: links geht es zurück nach Irkutsk in die Zivilisation rechts geht es nach Norden, hier wartet das echte Abenteuer auf uns. In freudiger Erwartung setzten wir den Blinker rechts, tanken die Motorräder noch mal voll und starten in das Ungewisse. Auf Asphalt in wechselnder Qualität fahren wir durch wunderschöne hügelige Landschaften mit Feldern, Wiesen und Feldern, ein echter Traum. Hinter jeder Kurve vermuten wir das Ende des Asphalts aber das schwarze Band zieht sich noch lange vor uns hin. Irgendwo im Nichts kommt uns ein schwer beladener Motorradfahrer entgegen. Vollbremsung!

 

Chris, ein Engländer mit einer Transalp, nimmt den Helm ab kommt auf mich zu und begrüßt mich mit den Worten: „You must be JoeDakar.“ Mein Ego grinst breit. Chris hatte technische Probleme mit seiner Transalp und sich zur Umkehr entschlossen. Er hofft, in Irkutsk auf einen BMW G650 eines Bekannten wechseln zu können und sich noch mal auf die BAM wagen zu können. Wir tauschen die üblichen Tipps und Informationen aus und wünschen uns gegenseitig gute Reise.

 

Endlich wird die Straße zur Piste. Wunderschönen zieht sich das staubige Band durch Felder, Wälder, Dörfer und die grandiose Landschaft. Immer wieder folgt der Streckenverlauf direkt der Lena, einem der längsten Flüsse Russlands. In einem weiten Bogen folgt die Strecke dem Baikalsee gen Norden, um ganz an der Nordspitze wieder auf den See zu treffen. Die letzten 100 km vor Severobaikalsk zeigen eindrucksvoll, was uns die nächsten Tage erwarten wird: Schlaglöcher, große Pfützen, kleine Pfützen, Wasserlöcher, Schlammlöcher, marode Brücken, neue Brücken, Völlig zerschossen Streckenabschnitte und nagelneu gebaute Kilometer. Dieses Paradies für Endurofahrer führt durch eine wirklich grandiose und zumeist völlig unberührte Landschaft.

 

Aber bevor so richtig knackig wird, folgen wir dem Nordufer des Baikalsees auf einer schönen Asphaltstrasse. Chris hatte uns vor dem Abschnitt nach dem Asphaltsende gewarnt: endlose tiefe Schlaglöcher, ein schrecklich zu fahrender Abschnitt. Doch wir haben Glück, das komplette Streckenstück ist frisch gesandet und geschoben. Nur es dadurch leichter zu fahren ist, das lass ich jetzt mal offen... Der stellenweise sehr lose du tiefe Sand wird unterbrochen durch große und kleinere, flache und tiefere Wasserlöcher. Für fahrerische Abwechslung ist also gesorgt, Zeit für die schöne Landschaft bleibt leider wenig.

 

An der ersten wirklich maroden Brücke treffen wir eine folgenschwere, falsche Entscheidung: Wir entscheiden uns für das Wasser. Schaffe ich es noch Corinna’s Motorrad durch die 300 Meter lange, recht tiefe und stark durchströmter Fuhrt mit vielen kinderkopfgroßen, rutschigen Flusskieseln zu fahren, versage ich bei meiner Maschine. Mehrmals fahre ich mich fest und falle mit dem Motorrad ins tiefe Wasser.

Es hilft alles nichts: mitten im Fluss muss ich die Airbox aufschrauben um zu schauen ob dort Wasser eingedrungen ist. Über 1 Stunde stehe ich mitten im eiskalten Wasser aber, wir haben Glück gehabt! Kein Wasser in der Airbox. Also das Motorrad wieder zusammen geschraubt habe und aus dem Fluss fahren möchte, geht plötzlich der Motor aus. Nichts geht mehr. Verzweifelt und am Ende unserer Kräfte schieben wir das Motorrad aus dem Fluss und suchen uns direkt am Ufer einen einigermaßen geeigneten Zeltplatz.

Wir sind völlig erschöpft, nass und frustriert. Über 3 Stunden haben wir uns durch den Fluss gekämpft. Während Corinna das Zelt Aufbau versuche ich erneut das Motorrad zum laufen zu bekommen. Leider ohne Erfolg. Nach einer unruhigen Nacht direkt an der Bahnlinie und immer mit etwas Angst vor Wölfen und Bären überlegen wir das weitere Vorgehen. Wir halten einen vorbeikommenden Wagen an und fragen nach einer Möglichkeit die Motorräder in die nächste Ortschaft zu schaffen. Er verspricht, sobald er Handy Empfang hat, einen Freund zu informieren und ihn zu uns zu senden. Nun heißt es warten, hoffen und Instant-Kaffee trinken.

 

Tatsächlich erscheint nach 2 Stunden ein 6×6 Kamaz mit zwei fröhlich lächelnden Männern darin und wir laden über eine Rampe und einen Haufen Sand unsere Motorräder in den LKW. Abenteuerlich spannen wir die Motorräder gegeneinander, werfen unser ganzes Gepäck hinterher und los geht die wilde Fahrt. Auch wenn wir uns gut festhalten müssen, nun haben wir endlich Zeit die Landschaft zu genießen.

 

Nach gut 2 Stunden Fahrt und 30 km Strecke erreichen wir die nächste Ortschaft. Dort laden wir die Motorräder ab und werden erst mal zum Mittagessen eingeladen. Dank Handyempfang kann ich mit meinem Freund Gerd in Deutschland das Problem erörtern. Sofort hat Gerd eine Lösung parat: Wasser im Benzin. Schnell ist der Tank geöffnet  und leergepumpt und mit einem Trick auch das Einspritzsystem geleert. Die Russen staunen nicht schlecht wie viel Wasser aus dem Einspritzsystem herauskommt. Mit frischen Sprit im Tank springt meine F800 Adventure sofort wieder an. Yes, es kann weitergehen.

 

Für heute ist es aber eh zu spät, die Banja ist angeheizt und das Essen wartet auch schon wieder auf uns. Wir geben uns ganz der sprichwörtlichen Russischen Gastfreundschaft hin. Und weil es so schön ist, hängen wir noch zwei Tage Entspannung dran. Der Kampf mit dem Fluss hat uns eine Menge Kraft gekostet.

 

Auf dem Weg nach Taksimo zeigt die BAM endlich ihr wahres Gesicht: Die Strecke ist heftig, die Brücken in immer schlechteren Zustand und zu allem Überfluss beginnt es auch noch heftig zu regnen. Wir kommen uns vor wie in einem Trial-Parcour, allerdings mit voll beladenen Motorrädern - die sich jedoch erstaunlich leicht Händeln lassen. Corinna gerät an ihre Grenzen. Das bedeutet für mich das Vergnügen, viele Passagen zweimal fahren zu dürfen. Langsam, aber ohne größere Zwischenfälle kämpfen wir uns voran. Gegen Spätnachmittag erreichen wir endlich Taksimo. Puh, das waren 6 Stunden für 120 km.

 

Ein Drittel der BAM geschafft. Mal schauen was uns noch erwartet.

 

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WEITER GEHT'S

Drei Wochen Arbeitspausen sind eine lange Zeit, aber der lange Flug von München über Moskau nach Ulan Bator bietet genügend Zeit sich wieder auf die Reise einzustellen. Joop ist wieder zu Hause in seiner Praxis, neben mir sitzt Corinna meine Frau und wir freuen uns beide auf die gemeinsame Zeit auf den Motorrädern.

 

In Ulan Bator erwartet uns die Ruhe und Friedlichkeit im OASIS und es bleibt uns viel Zeit um Gespräche mit anderen Reisenden zu führen und uns langsam mental auf das losfahren vorzubereiten. Die Motorräder bekommen einen Satz neue Vorderreifen (der Hinterreifen wurde leider in der falschen Größe geliefert und wird freudig von anderen Motorradfahrern an deren Motorrädern montiert), wir schmieren die Ketten und kontrollieren die Schrauben und außer einer kleinen Reinigung bleibt uns an den Motorrädern sonst nichts zu tun.

 

Voller Tatendrang und Energie packen wir morgens früh die Motorräder und verlassen Ulan Bator bevor der dortige Stadtverkehr die Stadt zu einer Todesfalle für Motorradfahrer macht. Schnell finden Corinna und ich unseren Rhythmus und auch die ersten offroad Einlagen bereiten Corinna keinerlei Probleme. Entspannt und mit breitem grinsen im Gesicht fahren wir durch die grüner werdende, mongolische Landschaft, immer wieder begleitet von neben uns hier reitenden Mongolen. Motorrad Freude pur!

 

Unser Vorwärtskommen wird bei der Ausreise aus der Mongolei deutlich gebremst: Um zur Tourpause ohne Motorräder ausreisen zu können, mussten wir diese in Ulan Bator beim Zoll anmelden. Um Zeit zu sparen haben wir uns in Ulan Bator nicht wieder beim Zoll gemeldet. Nun ist das Ausreisezollamt mit unserem Papierkram leicht überfordert. 4 Stunden dauert das ganze. Corinna lacht nur sie meint, in Deutschland wäre das Chaos noch größer gewesen.

 

Wie Kilometer bis Ulan Ude ziehen sich in die Länge. Wir sind müde, wollen aber die Stadt heute noch erreichen. Ein Regenschauer sorgt für Erfrischung, aber letztendlich erreichen wir in der Dämmerung die Stadt. Die Suche nach einem Hotel ist relativ schwierig, da fast alle ausgebucht sind. Aber schließlich finden wir doch noch eine passende Bleibe.

 

Bei wechselndem Wetter und teilweise heftigem Regen geht es weiter Richtung Baikalsee. Diese Straße bin ich vor zehn Jahren schon in der anderen Richtung gefahren und sie macht wieder richtig Laune. Einfach genial wie sich die Straße durch die Berge windet und dann immer wieder der See zwischen den Bäumen hindurch blitzt. Am späten Nachmittag erreichen wir Irkutsk und die Suche nach einem Hotel beginnt von neuem. Letztendlich landen wir in einem Guesthaus, dürfen aber den Hotelparkplatz eines großen Hotels in der Stadtmitte benutzen und werden vom Inhaber des Hotel- Restaurants zum Abendessen eingeladen. Im Gästehaus haben wir eine Zweizimmerwohnung mit kleinem Balkon - leider im fünften Stock ohne Aufzug…

 

Die Sonne brennt schon ziemlich, als wir die Motorräder packen und uns in Richtung Insel Olchon auf den Weg machen. Was vor zehn Jahren noch eine schöne Schotterpiste durch die Berge war, ist heute eine top ausgebaute Asphaltstraße, leider. Ganze 3 km Baustelle sind noch auf Offroad - das war früher besser. Der Fahrzeugstau zum Fähranleger ist bestimmt 8 km lang, Freitag, schlechtes Timing. Wir fahren mit unseren Motorrädern fröhlich am Stau vorbei und sortieren uns ganz vorne an der Kette wieder ein. So landen wir direkt und problemlos auf der zweiten einfahrenden Fähre. Schon vor zehn Jahren war es so, dass die Autos vorwärts auf die Fähre auffahren mussten und die Fähre rückwärts wieder verlassen mussten – Das ist noch heute so. Wir stehen als letzte auf der Fähre und mithilfe der Mitarbeiter schaffen wir es auch rückwärts über die Rampe.

 

Olchon, die magische Insel im Baikalsee. Die sandige Piste führt uns mäandernd über die Insel und bringt uns in entspannter Fahrt nach Kushir. Es fühlt sich gut an, wieder hier zu sein. Schön zu sehen, wie Corina immer sicherer auf dem Motorrad wird. Man sieht ihr den Fahrspaß richtig an. Kushir ist in den letzten zehn Jahren explodiert. Seit es Strom auf der Insel gibt, hat der Tourismus alle Register gezogen. Wir finden ein Zimmer bei Nikita, im ältesten touristischen Guesthouse von Kushir. Das gab es vor zehn Jahren schon.

 

Wir spazieren zum weltberühmten Schamanen Felsen und lassen die Magie des Ortes auf uns wirken. Corinna „nimmt Kontakt“ mit dem eiskalten Wasser des Baikalsees auf. Das muss man einfach gemacht haben wenn man hier war. Wir genießen die Besonderheit des Ortes und tanken Energie für das Kommende.

 

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ES GEHT WIEDER LOS!

Puh, schon neigen sich die 14 Tage in der Heimat dem Ende zu, am Sonntag geht der Flieger nach Ulan Baatar, wo die beiden BMW F800 Adventure auf uns warten.

 

Klasse waren die Tage bei den BMW Motorrad Days in Garmisch, viele spannende Gespräche, alte und neue Freunde getroffen - immer wieder klasse das Event!

 

Die 2. Internationale Tourguide Academy ist auch gut verlaufen. War eine super Truppe, wir hatten viel Spaß und eine sehr intensive Woche.

 

Nun sind wir in den letzten Zügen der Vorbereitungen für den zweiten Teil von Hard Way East:

- Corinnas Sachen sind gepackt

- Das neue Zelt (Wechsel Outpost 3) liegt parat, da mein 2-Personen Zelt dann für uns beide inkl. Klamotten doch etwas eng ist.

- Der BMW Motorrad Adventure Navi ist mit den neuesten Daten gefüttert

- Gerade kam die Bestätigung aus Ulan Baatar, dass die zwei Satz MITAS E 09 Reifen angeliefert wurden

 

Jetzt müssen wir nur noch in den Flieger steigen!

 

Vor uns liegt eine super spannende Strecke. Wir werden den Baikalsee sehen, unser über die BAM kämpfen und dann Magadan auf der alten Road of bones erreichen - so ist der Plan. Mal schauen was unterwegs alles auf uns wartet!

 

Ich halte euch wie immer auf dem Laufenden - einen Haufen Bilder & auch kleine Filmchen von unterwegs findet ihr auf der internationalen Homepage von BMW Motorrad

 


LIEBE & HASS

Mongolei, das Land der Gegensätze!

 

Der Grenzübertritt geht problemlos auch wenn wir nicht immer so genau wissen, as wir ausfüllen und warum wir anstehen. Kaum eingereist werden wir zum Versicherungsbüro gebeten. Der sitzen drei Leute die, jeder von einer anderen Versicherungsgesellschaft, die KFZ-Versicherungen abschließen. Noch während wir dort warten, erscheint eine hohe Offizieren der Grenzstation und bietet uns Geldwechseln an. Sie verschwindet mit mir in einer der ärmlichen Behausungen, platzt mit mir mitten in das Mittagessen einer Familie, die dies einfach mit sich geschehen last. Im Schlafzimmer (8 Betten) bekomme ich dann unser Geld gewechselt (zu einem extreme schlechten Kurs, wie wir aber erst Tage später feststellen – obwohl wir uns über den hohen Spritpreis schon gewundert hatten…).

 

Und dann sind wir drin und auf einer genialen Piste, begleitet von hohen, schneebedeckten Bergen geht es hinein in die Mongolei. Die Augen können sich zu Beginn nicht satt sehen an den vielen neuen Bildern. Grandiose Landschaften, große Tierherden, Jurten mit rauchenden Schornsteinen und Solarzellen vor der Türe.

 

Doch die Begeisterung weicht bald einer gewissen Anstrengung. Die Pisten werden immer schlechter und immer verzweigter. Die Streckenwahl ist schwierig und wie im Supermarkt, die gewählte Schlange ist auch immer die falsche… 100te von Kilometern quälen wir uns und die Motorräder über übelste Wellblechpisten vor denen es kein Entrinnen gibt. Die Landschaft wird karg, langweilig, ausdruckslos. Wir leiden still und kämpfen uns weiter.

 

Die Umfahrung einer zu tiefen Wasserdurchfahrt kostet zwei Stunden und viel Schweiß, einmal müssen wir in einer abenteuerlichen Aktion die Motorräder auf den Anhänger eines Treckers verladen, auf dem wir dann durch den Fluß gezogen werden.

 

Endlose Kilometer immer mal wieder durch ein landschaftliches Highlight, eine freundlich lächelnde Bedienung an einer Tankstelle oder durch einen Frisch geschotterten oder gar geteerten Streckenabschnitt “belohnt”.

 

Erschöpft und glücklich erreichen wir am 20 Tag unserer Reise nach 9.300km das Etappenziel Ulan Bator und gönnen uns im Oasis erstmal ein echtes Wiener Schnitzel und eine sehr ausgiebige Dusche.

 

Die Mongolei, das Land bei dem atemberaubende Schönheit und genau das Gegenteil sehr nah beieinander liegen...


SCHÖNHEIT

Das Altai Gebirge – welch eine Gegend!

 

In der Schönheit der zumeist völlig unberührten Natur wird man automatsch ruhiger, entspannter, ausgeglichener. Die innere Stimme wird lauter hier, so sagt man.

 

Wunderschöne Bergstraßen – On- & Offroad mäandern durch die Berge. Berge die zuerst an die Toskana erinnern, schon bald aber wie die Hochgebirgslandschaften der Alpen wirken. Wilde Bäche und Flüsse stürzen sich durch tiefe Täler, geniale Kurvenkombinationen wechseln sich mit eher selektiven Passagen ab.

 

Schafe. Kühe und Pferde genießen die Fülle der Natur ebenso wie wir. Einfach grandios was sich nach fast jeder Kurve wieder vor uns auftut. Panoramen die es manchmal zur Schwerstarbeit machen, sich weiter auf den Weg zu konzentrieren.

 

Ein kleines Unwetter kann den Fahrspaß auf den festen Lehmpisten zu einem echten Abenteuer machen. Was gerade noch super griffig und entspannt fahrbar war, wird innerhalb weniger Sekunden zu einer Schmierseifenartigen, extrem rutschigen Oberfläche. Joop landet im Matsch, aber außer einem dicken Kratzer im Ego und Schlamm überall, ist nichts passiert.

 

Die Nacht verbringen wir in einer Holzjurte und wir werden das Gefühl nicht los, im Wohnzimmer der Familie zu schlafen, die das direkt angebaute Restaurant betreibt. Egal, die Banja ist angeheizt und wir gönnen uns die reinigende Prozedur. Kaum liegen wir in unseren Schlafsäcken, beginnt laute Musik aus dem Gastraum zu ertönen. Wir scheinen direkt neben dem lokalen Kontakthof zu schlafen... Nach einer ziemlich lauten Ansage der Chefin ist aber Punkt 23:00 Ruhe und wir bekommen unseren Schlaf.

 

Die Szenerie auf dem Weg zur Mongolischen Grenze wird immer atemberaubender. Jeder Kilometer hier ist ein echter Genuß und das Altai kann wirklich einige der schönsten Motorradstrecken On- & Offroad der Welt bieten – und das in einer Natur, die inzwischen ihresgleichen sucht.

 

Wahnsinn! Und das sagt nicht nur die innere Stimme...


UNENDLICHKEIT

Es geht voran... mehr als 6400km liegen hinter uns. Das ADVENTURE UNLIMITED ist in Bewegung und jeder Tag ist wieder eine Premiere: Wo geht es hin, wie sind die Strecken, was macht das Wetter, welche Überraschungen warten auf uns, wo werden wir schlafen... Abenteuer den ganzen Tag. Und das Fahren macht jeden Tag mehr Spaß - wir müssen verrückt sein, oder?

 

Noch nie bin ich so schnell, freundlich und problemos nach Russland eingereist, wie diesmal aus der Ukraine kommend. Schon bei der Ausreise aus der Ukraine wurde viel gelacht und gescherzt (einer konnte englisch) und unsere Stempel bekommen war ganz nebenbei. Und auch auf der russischen Seite geht es korrekt und freundlich weiter. Selbst als Joop zum 4. Mal das Zollformular fehlerhaft abgiebt, bekommt er mit einem Lächeln ein neues Blankoexemplar gereicht. Am letzten Checkpoint will der Zöllner dann nur noch die Motoren hören... 40 Minuten!

 

Wir donnern gen Osten, auf direktem Weg, bei schönstem Wetter und besten Bedingungen. Das Kilometermachen macht einfach Laune. Nichts zwickt, nichts stört - es paßt einfach. Nur auf den 400km bis Ufa, da werden wir und die Bikes auf eine harte Probe gestellt: Der Straße befindet sich in Auflösung, tiefe Löcher, hohe Wellen und Verwerfungen, Dreck, Reifenreste, Radarkontrollen und dann die ganzen wilden Russen, die es nach dem feucht-fröhlichen Wochenende auf der Datscha jetzt eilig auf dem Nachauseweg haben. Das alles garniert mit kräftigem Schwerlastverkehr und brütender Hitze und ein echter Hardcoretag ist perfekt.

 

Dafür biegen wir dann, wie zur Belohnung, auf einer Nebenstrecke in's Uralgebirge ab. Dort überqueren wir nicht nur die geografische Grenze zwischen Europa und Asien, sondern wir werden auch mit leckeren Kurven, Bergen und saftigen Wäldern belohnt. Eine traumhaft-schöne Ecke.

 

Die grünen Berge des Ural verschwinden im Rückspiegel, als wir uns der topfebenen Steppe Kasachstans nähern. Der kleine Grenzübergang ist praktisch leer und zügig und freundlich werden wir eingelassen. Selbst die Zettel füllt man uns aus, wir verstehen ja gar nicht, was da reingeschrieben werden soll. Versicherung abschließen, Geldwechseln und drin sind wir. Alles was wir über Kasachstan gehört haben ist falsch, bis auf die schlechten Straßen, aber das lieben wir ja. Die Landschaft ist der Hammer und die Hauptstraße wird plötzlich schlechter, noch schlechter und endet dann in einer Baustelle. Wir weichen auf kleine Wege aus, die sich neben der Straße gebildet haben und finden erst in der einsetzenden Dämmerung einen Zeltplatz auf einem Feld, das so groß ist, dass wir das Ende nicht sehen können.

 

Weiter geht es gen Osten - diesmal einfach per Kompaßkurs auf kleinen Wegen und Trails (nicht immer dem richtigen). So können wir die Hauptstadt umfahren und mehr von der Steppenlandschaft und den riesigen Feldern genießen. Diesmal finden wir zum Zelten sogar einen See.

 

So und jetzt Achtung: Zuerst möchte bei der Ausreise ein Zöllner ein Foto von sich mit dem Motorrad haben (wo doch Fotografieren strengstens verboten ist) und dann sind wir in 15 Minuten ausgereist und in Russland wieder eingereist! Ich versteh die Welt nicht mehr, bin aber natürlich super happy über die vielen kleinen Dinge, die sich hier in den letzten zehn Jahren zum Positiven verändert haben.

 

Eigentlich wollen wir ja nicht mehr weiter, sind müde und erschöpft, dann ziehen wir aber doch durch und sind einen Tag früher in Barnaul als geplant. Das kommt gut, dann nun legen wir einen Ruhetag ein (den ich fast komplett mit Materialsichtung und Weitergabe verbringe). Einen ganzen Tag ohne Motorradklamotten, das ist auch mal gut. Zudem treffe ich meine alten Freunde Victor und Evgeny wieder und es gibt viel zu erzählen, schließlich ist es 9 Jahre her, dass ich mit den beiden und einer 1200 GS im Altaigebirge war.

 

Morgen ruft das Altai, der Ort an dem die innere Stimme lauter wird...

 

Morgen geht es i

 


SÜCHTIG!

Pläne werden gemacht, damit man etwas daran ändern kann...

 

Mehr als 4.000km liegen hinter uns - fast die Hälfte der ersten Teilstrecke. Geplant war, dass wir direkt hinter der Ukrainischen Grenze in's Offroad-Geläuf eintauchen und uns über kleine Wege und Trails gen Osten "hangeln". Nachdem dies bei zwei Versuchen gleich schief gelaufen ist, haben wir unseren Plan geändert.

 

Wir geben es zu, wir sind süchtig danach, mit der F800 Adventure Kilometer "zu fressen"! Daher haben wir beschlossen, dem Asphalt noch etwas treu zu bleiben. Dies bringt uns flott nach Osten und schafft mehr Zeit für unasphaltierte Ausflüge in Kasachstan, dem Altai und der Mongolei.

 

Und das Vorwärtskommen in Russland ist einfach ein Traum (bis auf ein paar hundert Kilometer Ausnahme auf denen wir uns aufgrund von Streckenbedingungen und Mega-Verkehr wirklich in der Hölle wähnten). Die Weite, die Größe, die Wolken, die Straßen, die Menschen - einfach nur der Hammer. Und was das Fahrwerk der Mopeten bei ca. 100km/h mit voller Beladung so alles glattbügelt: Chapeau, wir lieben es!

 

Gestern, nach der Höllenfahrt Richtung Ufa, dann der Abzweig in Richtung Ural. Plötzlich kein Verkehr mehr, die Augen finden wieder Halt an Hügeln und dunklem Wald und dann kommt sie, die erste richtge Kurve seit langer Zeit; und ihr folgen viele weitere...

 

Inzwischen haben wir die bewaldeten Hügel und Kurven des Ural Gebirges hinter uns gelassen und unser Blick verliert sich in der endlosen, staubigen Weite der Steppe: Morgen geht's nach Kasachstan. Dort bekommen die Mopeten Staub zu schlucken (und wir natürlich auch).